Abgeltungssteuer-3 Tipps wie du diese umgehst

Abgeltungssteuer
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Die Abgeltungssteuer, auch Kapitalertragssteuer genannt gibt Anlegern vor, 25% ihrer Kapitalerträge zu versteuern. Zu den 25% Kapitalertragssteuer kommen 5,5% Solidaritätszuschlag hinzu, sodass dir 26,375% abgezogen werden.
Wenn du einer Kirche angehörst, zahlst du zu dem Kirchensteuer auf die 25%. So erhöht sich deine Steuerabgabe auf 28%.

Worauf zahle ich Abgeltungssteuer?

Du zahlst eine Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge.
Zu Kapitalerträgen gehören:

1. Zinsen auf das Kontoguthaben…

  • auf dem Sparbuch
  • auf dem Bausparvertrag
  • auf dem Girokonto
  • auf das Festgeldkonto
  • auf das Tagesgeldkonto
  • auf Anleihen
  • 2. Dividenden aus…

  • Aktien
  • ETFs
  • Fonds
  • Genossenschaftsanteilen
  • GmbH-Anteilen
  • 3. Kapitalgewinne aus…

  • Aktien
  • ETFs
  • Fonds
  • GmbH-Anteilen
  • Anleihen
  • Aktiengewinne auf Aktien, die du vor 2009 kauftest, müssen nicht versteurt werden!

    Wie kann ich diese umgehen?

    Du hast drei Möglichkeiten der Abgeltungssteuer zu umgehen.

    Sparerpauschbetrag

    Du hast einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801€. Bis 801€ sind deine Kapitalerträge Steuerfrei. Um der Bank zu vermitteln, dass Sie deine Gewinne bis höchstens 801€ (bei verheirateten 1602€) nicht automatisch versteuern soll, musst du ein Freistellungsauftrag ausfüllen. Selbst dein Kind kann ein Freistellungsauftrag nutzen und du kannst deinen auf mehrere Banken splitten, sodass du in mehreren Anlagen davon profitierst. Lies dir dazu mein Beitrag zum Freistellungsauftrag durch.

    Nichtveranlagungs-Bescheinigung

    Wir haben in Deutschland ein Freibetrag auf unsere Einkommen in Höhe von 9.744 Euro pro Jahr (Stand 2021). Für Verheiratete gilt das doppelte. Wenn dein Lohn diesen nicht übersteigt, zahlst du keine Lohnsteuer.
    Sollten dein Jahreseinkommen, inklusive deiner Kapitalgewinne darunter liegen, kannst du eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung beantragen. Dann zahlst du keine Steuern auf deine Kapitalerträge.
    Diese Bescheinigung stellt dir das Finanzamt aus. Du musst dazu dein Gehalt, deine Kapitaleinkünfte und einige andere angaben machen. Wenn dir die Bescheinigung ausgestellt wurde, kannst du diese deiner Bank zusenden. Dann wird die Bank deine Kapitalgewinne nicht mehr versteuern.
    Die Nichtveranlagungs-Bescheinigung ist 3 Jahre gültig. Sollten deine Einkünfte in den 3 Jahren steigen, sodass du über den Grundfreibetrag kommst, musst du dies dem Finanzamt melden und die Nichtveranlagungs-Bescheinigung bei der Bank zurückziehen.

    Kapitalverluste dürfen mit Gewinnen verrechnet werden

    Solltest du Kursverluste realisiert haben, werden diese von deinem Depot automatisch mit deinen Gewinnen beglichen. Hast du 100€ verloren und 150€ gewonnen, sind nur 50€ zu versteuern. Die restlichen 100€ bleiben Steuerfrei.
    Hier gilt der sogenannte „horizontale Verlustausgleich“. Es können nur Gewinne und Verluste aus derselben Einkunftsart miteinander verrechnet werden: Verluste aus Aktienverkäufen können nur gegen Gewinne aus Aktienverkäufen gegen gerechnet werden. Verluste aus Aktienverkäufen, können nicht Gewinnen aus einem ETF-Verkauf gegen gerechnet werden. Übersteigen die Verluste innerhalb eines Jahres die Gewinne, können diese auch mit Gewinnen aus dem nächsten Jahr verrechnet werden.
    Solltest du bei mehreren Banken Wertpapiere halten, ist das ein wenig komplizierter. Du musst bei der Bank bei der du einen Verlust erzielt hast, eine Verlustbescheinigung anfordern.
    Diese kannst du nun in deiner Steuererklärung mit angeben. Das Finanzamt wird diesen Verlust von deinen Gewinnen abziehen. Somit wird dein zu versteuernder Gewinn verringert.

    Quellensteuer

    Wenn wir Aktien aus dem Ausland besitzen, müssen wir die Quellensteuer auf unsere Kapitalerträge zahlen. Nehmen wir an, ein deutscher Anleger investiert in eine amerikanische Aktie und bekommt daraus eine Dividende. Der Quellenstaat, in dem Fall Amerika, behält dann auf diese Dividende die Quellensteuer ein. Diese Steuer fällt ebenso an, wenn ein deutscher Anleger ein Fonds bespart, der ausländische Aktien enthält.
    In dem meisten Ländern wird durch Aktiendepots wie die der Trade Republic automatisch die Quellensteuer von deiner Kapitalertragssteuer abgezogen und du zahlst im Endeffekt insgesamt 25%. In Frankreich und in der Schweiz ist dies komplizierter. In diesen Ländern musst du die Erstattung selbst beantragen. Dazu musst du dieses Formular ausfüllen.

    Veranlagungswahlrecht

    Wenn du unter 20.000€ im Jahr verdienst, wird dein Steuersatz geringer sein, als 25%.
    Ist die Abgeltungssteuer höher ist als dein Steuersatz, so kann man die Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung angeben. Dann gilt anstelle der 25-prozentigen Abgeltungssteuer, die individuelle Besteuerung.
    Ein Antrag beim Finanzamt genügt und man darf sich die Differenz zur einbehaltenen Abgeltungssteuer wieder auszahlen zu lassen.