Freibetrag: Erbschaftssteuer und Schenkunssteuer

Erbschaftssteuer
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Jährlich werden in Deutschland 135.000 Schenkungen und Vererbungen durchgeführt und ganze 400 Milliarden Euro an Vermögen transferiert. Was viele nicht Wissen und erst im nach hinein schmerzlich erkennen ist, dass je nach Verwandtschaftsgrad und Höhe der transferierten Summe bis zu 50% an Erbschaftssteuern bzw Schenkungssteuern anfallen.
Ich nenne dir einige Tricks, wie du dieser hohen Besteuerung entgehen kannst.
Die Erbschaftssteuer unterscheidet sich kaum von der Schenkungsstuer. Aufgrunddessen behandle ich in diesem Beitrag beide Punkte.
Hier kommt es drauf an, in was für ein Verwandtschaftsgrad beide zueinander stehen.
Alle Beiträge, die du bei der Erbschaftssteuer oder der Schenkungssteuer hast, siehst du hier.
Es werden zwischen 3 Steuerklassen unterschieden. Dies sind nicht die selben Steuerklassen, die bei der Einkommenssteuer berücksichtigt werden. Die drei Steuerklassen um die es sich hier handelt, kommen nur im Bezug zur Schenkungs- und Erbschaftssteuer zu tragen.

Steuerklasse 1

Innerhalb dieser Steuerklasse werden nur hauptsächlich die Partner, Kinder und Enkel behandelt. ( einzige Ausnahme: Vererbung an Eltern und Großeltern  )
  • Den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner kann man 500.000 Euro Steuerfrei vererben oder beschenken.
  • Den Kindern darf man bis zu 400.000 Euro Steuerfrei schenken oder hinterlassen.
  • Hier müssen es nicht die leiblichen Kinder sein. Der Freibetrag gilt auch für Stief- oder Adoptivkinder.
  • Bei Enkeln und Urenkeln beläuft sich der Freibetrag auf 200.000 Euro.
  • Ausschließlich im Erbfall gilt ein Freibetrag an die Eltern oder Großeltern in Höhe von 100.000 Euro. Bei einer Schenkung beläuft sich die Höhe einer Schenkung auf 20.000 Euro.
  • Steuerklasse 2

    In dieser Steuerklasse sind die nahen Verwandten gelistet.
    Für
    • Geschwister,
    • Nichten,
    • Neffen,
    • Schwiegertochter,
    • Schwiegersohn,
    • Schwiegereltern,
    • geschiedene Ehepartner,
    • Eltern und
    • Großeltern
    gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro.
    Lediglich bei den Eltern und Großeltern gilt, wie oben beschrieben, bei einer Vererbung ein Freibetrag von 100.000 Euro. Bei allen anderen Verwandten der Steuerklasse 2 gilt sowohl bei Beschenkungen, als auch bei Vererbungen ein Freibetrag von 20.000 Euro.

    Steuerklasse 3

    Diese Steuerklasse betrifft alle Sonstigen Personen, an die vererbt oder geschenkt wird.
    Der Freibetrag für Freunde, Bekannte, Cousins und so weiter beträgt 20.000 Euro.
    In welcher Hinsicht sich Steuerklasse 2 von Steuerklasse 3 maßgebend entscheidet, erkläre ich dir weiter unten.
    Bei der Schenkung einer Immobilie an Kindern oder Schwiegerkindern fällt keine Grunderwerbssteuer an. In anderen Konstellationen ist diese zu entrichten.

    Wie lange gilt der Freibetrag für Schenkungen?

    Der Freibetrag für das verschenken und vererben gilt 10 Jahre. Wenn du vor 10 Jahren deinem Kind 400.000 Euro verschenkt hast, fallen im Todesfall wieder für 400.000 Euro keine Erbschaftssteuern an. Vergiss aber nicht, die Schenkung dem Finanzamt zu melden.
    Schenkungen müssen innerhalb von drei Monaten schriftlich beim Finanzamt gemeldet werden!

    Wieviel Steuern muss ich bei einer Schenkung zahlen?

    Hier kommen die drei Steuerklassen ins Spiel. Je nachdem, um was für eine Steuerklasse es sich handelt und wie hoch die Summe der Schenkung oder der Vererbung ist, zahlst du von 7% bis zu 50% an Schenkungs- oder Erbschaftssteuer.
    Bei der Erbschaftssteuer oder der Schenkungssteuer werden 3 Steuerklassen unterschieden.

    Beispiel 1

    Dein Vater vererbt dir 600.000 Euro.

    Du hast ein Freibetrag von 400.000 Euro, also bleibt ein zu versteuernder Betrag von 200.000 Euro.

    Von 75.000 bis 300.000 Euro beträgt der Steuersatz in der Steuerklasse Eins 11 Prozent.

    11% von 200.000 ergeben eine zu versteuernde Summe von 22.000 Euro.

    Beispiel 2

    Du schenkst einem Freund ein Haus. Ein Gutachter ermittelt den Wert des Hauses auf 400.000 Euro.

    Der Freund hat ein Freibetrag von 20.000 Euro. Er muss also die restlichen 380.000 Euro versteuern.

    Innerhalb der Steuerklasse 3 beträgt der Steuersatz bis zu einer beschenkten Summe von 6.000.000 Euro 30%.

    30% von 380.000 Euro ergeben eine zu versteuernden Summe von 114.000 Euro.

    Beispiel 3

    Dein Bruder und du erben insgesamt 900.000 Euro von euren Eltern.

    Ihr habt jeweils ein Freibetrag von 400.000 Euro, also bekommt ihr 800.000 Euro Steuerfrei und die restlichen 100.000 Euro müssen versteuert werden. Ihr müsst beide jeweils 50.000 Euro versteuern.

    Bis zu 75.000 Euro beträgt der Steuersatz in der Steuerklasse Eins lediglich 7%.

    Ihr zahlt beide 3500 Euro an Steuern.

    erbschaftssteuer

    Wie kann ich bei Schenkungen Steuern sparen?

    Es gibt einige Tricks, wie du klug den Freibetrag nutzen kannst um hohen Versteuerungen zu entgehen. Die nenne ich dir nun.

    Freibetrag früh genug nutzen

    Um einer hohen Besteuerung während eines Erbfalls zu entgehen, macht es Sinn, im Vorfeld den Freibetrag in Rahmen einer Schenkung zu nutzen.

    Beispiel:

    Dein Opa möchte dir gerne 300.000 Euro überlassen. Wenn er dies in frühen Lebzeiten schon weiß, kann er dir 100.000 Euro Steuerfrei schenken und dies dem Finanzamt melden. Sollte er erst 10 Jahre oder später versterben, musst du auf das geerbte Geld in Höhe von 200.000 Euro keine Steuern zahlen.

    Kettenschenkung

    Du möchtest deinem Kind gerne 700.000 Euro schenken. 400.000 Euro schenkst du deinem Nachwuchs und die restlichen 300.000 Euro möchtest du nicht erst wieder in 10 Jahren schenken, wenn der Freibetrag wieder ausschöpfbar ist, sondern sofort.
    Schenke deinem Partner die restlichen 300.000 Euro und am nächsten Tag darf sie das Geld an euer Kind weiter schenken.
    Kettenschenkungen dieser Art sind legal. Dies hat der Bundesfinanzhof in oberster Instanz bestätigt.

    Adoption

    Der Freibeitrag zu jemandem der Steuerklasse 3 ist mit 20.000 Euro sehr gering. Wenn der Beschenkte jünger ist, als der Schenkende, ist eine Adoption eine gute Alternative, um den Freibetrag von 20.000 Euro auf 400.000 Euro zu erhöhen.
    Eine Adoption ist auch im Erwachsenenalter möglich.
    Die Voraussetzung hierfür ist eine längere bestehende Bindung vor der Adoption.

    Gelegenheitsgeschenke

    Mit Gelegenheitsgeschenken kannst du ebenfalls eine Versteuerung umgehen. Ein kleines Geschenk zu einem besonderen Anlass ist eine anerkannte Methode um der Schenkungssteuer zu entgehen. Ankerkante Anlässe sind eine Hochzeit, das bestehen des Abiturs oder ein Geburtstag.
    Wichtig ist, dass die Gelegenheitsgeschenke ein angemessenes Maß nicht sprengen.

    Schenkungssteuer mit Bargeldschenkungen umgehen?

    Solltest du Bargeldschenkungen bekommen, sind diese Meldepflichtig. Versuche nicht Bargeldschenkungen zu verheimlichen. Sollte das Finanzamt beispielsweise merken, dass du des öfteren Einzahlungen auf dein Girokonto tätigst, wird dieser Misstrauisch. Dies kann ganz schnell eine Anzeige zur Steuerhinterziehung mit sich ziehen.
    Ich hoffe ich konnte dir mit dem Beitrag helfen und wenn du fragen zum Thema Schenkungs- oder Erbschaftssteuer hast, stelle mir diese in den Kommentaren oder schreibe mir auf Instagram! 🙂

    2 Gedanken zu “Freibetrag: Erbschaftssteuer und Schenkunssteuer

    1. Ich habe von meinen Eltern einiges geerbt und nun recherchiere ich, wie es sich mit der Erbschaftssteuer verhält. Mir war gar nicht bewusst, dass dabei zwischen drei Steuerklassen unterschieden wird und ich als Kind sogar bis zu 400.000€ steuerfrei habe. Ich werde mal zusammenrechnen, ob ich diese Grenze überhaupt erreiche, vielen Dank für die Zusammenstellung.

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