ETFs

Exchange Trade Funds

Was ist ein ETF?

Wer sein Fuß auf die Welt der Börse und Finanzmärkte setzt, stolpert oft auf den Ausdruck ETF.
Dieser Ausdruck kommt aus dem Englischen und bedeutet Exchange Traded Fund. Was sich schwer anhört ist eigentlich ganz einfach. Ein ETF ist ein automatisch gesteuertes und Börsenorientiertes Investmentfonds. Dieser Investmentfonds bildet einen Index nach.
Was ist ein ETF
Ein prominentes Beispiel ist der DAX. Wenn man in einem ETF auf den DAX anlegt, investiert man in die 30 Unternehmen, welche im DAX vertreten sind.
Sollten eine MDAX Aktie mit einer DAX Aktie die Plätze tauschen, passt sich der ETF auf den DAX automatisch mit an.
ETFs werden vom Staat und von den Banken nicht groß publiziert.
Ein Grund dafür ist, dass Banken dieses Produkt ungern empfehlen, da sie bei ETFs nur eine sehr kleine Provision bekommen.
Da lohnt sich die Vermittlung von aktiv gesteuerten Fonds, also Fonds mit einem Fondmanager viel mehr, da sie erheblich mehr Provision abwerfen.
Jedoch sind sie sehr teuer und selten Rentabler als ETFs. Es ist höchst selten, dass ein aktiv gemanagter Fonds auf lange Zeit gesehen mehr Rendite als ein ETF erzielt. Heute investieren die Deutschen jeden 7. Euro den sie in ein Fonds stecken, in einen ETF. Tendenz steigend.
ETFs kann ich vor allem Börsenanfängern empfehlen, da…
  • …man ohne Aktien Kenntnisse an der Gewinnentwicklung der Börse teilhaben kann
  • …man ohne viel Aktien zu besitzen sein Kapital breit streuen kann
  • …ETFs sehr kostengünstig sind
  • …keine Aktien Analysen notwendig sind
  • …durch Sparpläne das investieren sehr vereinfacht ist
Seit 1975 hat der ETF auf den MSCI World, welcher die 1600 erfolgreichsten Unternehmen der 23 Industriestaaten widerspiegelt, im Schnitt 8% Rendite erwirtschaftet.
Zum Vergleich: Beim Festgeld bekommst du bis zu 1,5%, beim Tagesgeld 1% und beim Sparbuch bekommst du aktuell eine nicht erwähnenswerte Nullkommastelle an Rendite.
Sparbuch vs. ETF
Sparbuch oder ETF
Sparbuch vs. ETF
Wenn du 5000 Euro 20 Jahre lang in einem Sparbuch investierst, bleiben dir abzüglich der Inflation eine Kaufkraft von 3600 Euro.
Wenn du 5000 Euro in den S&P 500 ETF investiert hättest, würden dir nach 20 Jahren 15.700 Euro verbleiben.

Also auch das beliebte Sparbuch der deutschen ist keine Investmentmöglichkeit mehr.

ETF oder aktiver Fonds?

 

ETF

aktive gemanagte Aktienfonds

Laufende Kosten

0,2 bis 0,5 % pro Jahr

1,5 % pro Jahr

Anschaffungskosten

einmalig bis 0,25 %

einmalig bis zu 5 %

Gewinnbeteiligung bei überperformence

fällt weg

bis zu 20 % der Jahresrendite

Transparenz

sehr leicht mitzuverfolgen und zu verstehen

oft komplizierte Finanzelemte drin, wie Derivate, Hebel usw, diedas nachvollziehen schwer machen

Studien verdeutlichen immer wieder, dass es nur sehr wenigen aktiven Fondsmanagern gelingt, dauerhaft eine bessere Rendite zu erzielen als ein vergleichbarer Index. Der Grund sind vor allem höhere Kosten mit denen aktiv gemanagte Fonds zu kämpfen haben und zweitens bremsen falsche Anlageentscheidungen die Wertentwicklung.

ETFs performen dagegen meistens besser, weil die Kosten geringer sind und sie den Markt spiegeln. Ein guten Beitrag hierzu findest du auch auf Finanzideen100.

Verwaltungsgebühr von ETFs zu Fonds verglichen
Ein guter Fonds kann auch in einer Äbwartsphase in der Börse, einem so genannten Bärenmarkt, Geld erwirtschaften und somit den Wert des Fonds erhöhen. Ein klassischer ETF hat es hingegen schwerer, da dieser nur bei Dividendenauschüttungen und Kurserhöhungen sein Wert erhöht. Auf eine kurze Dauer gesehen kann ein Fonds besser abschneiden, aber wer 10 Jahre auf sein Geld verzichten kann, macht mit breit gestreuten ETFs sicherlich nichts falsch.

Was gibt es für Unterschiede bei ETFs?

Physischer ETF
Dieser ETF kauft Wertpapiere aus dem Index nach. Von vielen Anlegern wird dieser ETF bevorzugt, weil dieser besonders transparent und verständlich ist.
Synthetischer ETF
Hier kauft der ETF Anbieter nicht die Wertpapiere, sondern er sichert sich die Wertentwicklung von der Bank zu. Dies hat den Vorteil, dass diese Art von ETF nochmal kostengünstiger ist.
Thesaurierender ETF
Dividenden werden automatisch reinvestiert. So profitiert man vom Zinzeszinseffekt und man senkt die Kosten die man hätte, wenn man aktiv ein ETF bespart. (sofern der ETF nicht kostenlos besparbar ist)
Ausschüttender ETF
In diesem Modell werden Dividendengewinne gesammelt und an einem Stichtag ausbezahlt. Der Stichtag ist meistens alle 4 Monate.

Was gibt es bei der ETF Wahl zu beachten?

Index

Der bekannteste Index für Aktien in Deutschland ist der DAX. Dieser spiegelt die 30 größten Unternehmen unseres Landes. Prominente Aktien aus dem Dax sind unter anderem Daimler, Siemens, Adidas und BASF.

Was ist ein Index
Weitere bekannte Index sind der Dow Jones welches die 30 größten Unternehmen aus den Staaten spiegelt, der S&P 500 welches die 500 erfolgreichsten Unternehmen der USA wiedergibt oder der MSCI World, welches 1640 Unternehmen in 23 Industrieländer indexiert.
Du solltest bei ETFs auf eine breite Diversifikation achten. So empfehle ich dir den MSCI World. Ebenfalls empfehlenswert ist der Emerging Marktes ETF. Dieser bildet die Aktienmärkte in 23 Schwellenländern nach.
Als Börsenneuling würde ich mir ein Sparplan aus dem MCSI World und dem Emerging Markets ETF einrichten, mit einem Verhältnis von 2:1. Beispielsweise würde ich in den ersteren 100 Euro und in den zweiten 50 Euro im Monat investieren.

TER

Total Expense Ratio (TER) anschauen. Sie drückt aus, wie viel Prozentpunkte die Kosten die jährliche Rendite mindern – und wird daher auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquote genannt.
Die TER umfasst die pauschalen Gebühren, die beim ETF für Verwaltung, Depotbank und das Erstellen von Anlegerinformationen anfallen. Dazu kommen die Mehrwertsteuer und andere kleinere Gebühren. ETF-Anbieter schätzen die TER und ziehen sie in der Regel monatlich oder vierteljährlich vom Fondsvermögen ab. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.
Nicht enthalten in der TER sind Transaktionskosten, die der Fonds beim An- und Verkauf von Wertpapieren bezahlen muss. Die tatsächlichen Kosten des ETFs liegen also immer etwas über der TER, die für das zurückliegende Geschäftsjahr ermittelt wird. Diese unterscheiden sich aber um 0,01-0,05%.

Alter des ETF

Ich rate dir in einem nicht sehr jungen ETF zu investieren. Sehr junge ETFs müssen sich erstmal auf dem Markt beweisen. Ich investiere nur in ETFs die seit mindestens 3 Jahren auf dem Markt sind.

Ausschüttend oder Thesaurierend

Je nachdem was deine Anlegeziele sind, kannst du ein Ausschüttenden oder einen Thesaurierenden ETF wählen. Ich wähle den Thesaurierenden, da dieser meine Gewinne sofort automatisch reinvestiert und ich somit vom Zinzeszinseffekt profitiere.

Mindestens 100 Millionen Euro Anlegergeld

Ein gewisses Anlagevolumen ist nötig, um nicht zu riskieren, dass der ETF-Anbieter den Indexfonds wieder vom Markt nimmt, weil dieser sich (anfangs) nicht lohnt.

Wie sicher sind ETFs?

Grundsätzlich gilt für jeden Fonds und auch für ETFs: Geld, das in Fondsanteilen steckt, ist Sondervermögen und geschützt. Das heißt: Sollte dein ETF-Anbieter pleitegehen, gehören deine Fondsanteile weiterhin dir. Im Detail schreibt das Gesetz vor, dass Fondsgesellschaften das Geld ihrer Kunden (deren Fondsanteile) getrennt vom Unternehmensvermögen aufbewahren müssen. Sie hinterlegen diese in der Regel bei unabhängigen Depotbanken.

Wie erwerbe ich ETFs?

Wenn du ETFs besparen möchtest, benötigst du ein Depot bei einer Bank. Hierzu empfehle ich dir das Depot bei der Trade Republic, bei Smartbroker und bei der Consorsbank. Bei Trade Republic und Smartbroker zahlst du keine Transaktionskosten für den Kauf von ETFs. Bei der Consorsbank halten sich die Transaktionskosten geringer, als bei herkömmlichen Banken und der Anzahl an ETFs, die du besparen kannst ist höher. Lies dich gerne in meinem Ratgeber zum Aktiendepot ein.

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