Geschenke als Betriebsausgaben, so geht´s!

Geschenke als Betriebsausgaben, so geht´s!
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Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“.
So ist es nicht selten, dass man Geschäftspartnern oder Kunden kleine Geschenke macht, um die guten Geschäftsbeziehungen zu pflegen.
Vor allem im Vertrieb, sind kleine Geschenke keine Seltenheit.
Die Ausgaben für deine Geschenke kannst du, sofern du es geschickt gestaltest, Gewinnmindernd von deinem zu versteuernden Einkommen absetzen.
Wie das funktioniert und was du zu beachten hast, erkläre ich dir.
Bei Geschenken an Geschäftspartner, Kunden oder Angestellten ist bei Freigrenze von 35 Euro zu beachten.
Bis zu einer Freigrenze von 35 Euro pro Jahr und pro Person, kann ein Geschenk als Betriebsausgabe ausgewiesen werden und somit das zu versteuernde Einkommen senken.

Wichtig: Es handelt sich um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag!

Wenn also das Geschenk den Wert von 35 Euro auch nur um einen Cent überschreitet, ist das Geschenk gar nicht mehr absetzbar.

Beispiel 1: Du schenkst Leo ein Geschenk in Wert von 15 Euro im Juni 2021 und zur Weihnachtszeit schenkst du ihm wieder etwas für 15 Euro.

Dies kannst du absetzen.

Beispiel 2: Du schenkst Ali 40 Euro.

Dies überschreitet die Freigrenze von 35 Euro und kann nicht abgesetzt werden.

Aufzeichnungspflicht!

Du musst einzeln und getrennt von deinen restlichen Ausgaben notieren, was du an wen Geschenk hast und wieviel es gekostet hat

Was darf ich verschenken?

Du darfst alles verschenken, was nicht in Bargeld umtauschbar ist.
Einige Geschenkbeispiele:
  • Eintrittskarten zu einer Sport- oder Konzertveranstaltung
  • Geschenkgutscheine
  • Gelegenheitsgeschenke (Geschenkkörbe, Blumengebinde, Schallplatten, CDs, Vasen, Schalen), Lotterielose
Keine Geschenke sind:
  • Rabatte und Kulanzleistungen, da sie sich auf einen vorherigen Kauf beziehen
  • Preise und Preisausschreiben
  • Gutschriften
  • Sponsoringleistungen, da eine Gegenleistung vorhanden ist
  • Trinkgelder, da sie sich auf eine Gegenleistung beziehen
  • Warenproben und Werbeartikel
  • Werbeprämien, da sie für die Vermittlung neuer Kunden gezahlt werden

Das Geschenk versteuern

Was du auf keinen Fall vergessen darfst:
Du musst dem beschenkten den Preis des Geschenks mitteilen. Diesen muss er versteuern.
Da niemand gerne einem Kunden oder Geschäftpartner Pralinen schenkt, mit der Rechnung dazu um ihn zu bitten, die Steuern abzuführen, erlaubt das Finanzamt dem schenkenden, dass dieser die Steuern übernimmt. Dazu führt er pauschal 30% des Kauf- oder Herstellungspreises als  Steuern ab. Dazu kommt noch gegebenfalls die Kirchensteuer dazu.

Sollte du jemanden beschenken und die Einkommenssteuer für ihn übernehmen, musst du ihm das mitteilen, da er sonst verpflichtet ist, das Geschenk zu versteuern.

Ausnahme bei Streuwerbeartikel

Die Finanzverwaltung stuft alle Sachzuwendungen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter 10 EUR liegen, als Streuwerbeartikel ein.

Diese haben das Ziel, durch ihre breite Streuung eine Vielzahl von Menschen zu erreichen und damit den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu steigern. Der Beschenkte braucht den Wert solcher Geschenke dann auch nicht als Einnahme erfassen. Darüber hinaus entfallen auch die Aufzeichnungspflichten beim Schenker: Die Namen der Empfänger müssen nicht festgehalten werden.

Sind Annehmlichkeiten Geschenke?

Annehmlichkeiten sind von Geschenken zu unterscheiden. Annehmlichkeiten bereichern den Empfänger nicht und stellen keinen wirtschaftlichen Vorteil dar. Eine Annehmlichkeit liegt vor, wenn zum Beispiel bei Besprechungen ein Kaffee und Kekse angeboten werden. Annehmlichkeiten sind keine Geschenke und soweit sie betrieblich veranlasst sind, sind diese voll bei der Einkommensteuer abzugsfähig.
Tipp: 

Geschenk fotografieren

Um spätere Streitigkeiten mit dem Finanzamt zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein Foto vom Geschenk zu machen und dieses zusammen mit der Rechnung in den Geschäftsunterlagen aufzubewahren, denn die Nachweispflicht liegt beim Schenker.

Ohne Aufwand beschenken

Ich beschenke einmal im Jahr meine Kunden zu Weihnachten. Es handelt sich um ein 10 Euro Tankgutschein. Es wäre auch alternativ ein Amazon oder Otto Gutschein etc möglich.

Gegen Weihnachten kaufe ich ein Bündel Gutscheine und verschenke diese.  Dadurch dass die Geschenksumme bei jeweils 10 Euro liegt, muss ich keine Angaben zum beschenkten machen und sowohl der beschenkte, als auch ich als schenkender müssen nichts versteuern.

2 Gedanken zu “Geschenke als Betriebsausgaben, so geht´s!

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