Liebhaberei

Liebhaberei
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Das Finanzamt geht von Liebhaberei aus, wenn du mit einer Tätigkeit über einen längeren Zeitraum Verluste erzielst und anzunehmen ist, dass du nicht die Absicht hast Gewinne aus dieser Tätigkeit zu erzielen.

Beispiel:

Du möchtest Comics verkaufen, doch selbst nach mehreren Jahren erzielst du keine Gewinne. Einen Gewinn bekommst du, wenn du die Umsätze mit den Verlusten subtrahierst. Wenn du 5000€ im Jahr an Umsatz machst, doch 7000€ an Verlusten hattest

Als Liebhaberei im steuerlichen Sinn gelten nicht nur Tätigkeiten, die “nur zum Spaß”, sondern auch solche, die aus idealistischen Motiven oder ähnlichem betrieben werden.
Nicht nur, dass keine echte Gewinnabsicht vorliegt, sondern auch der Fall, dass keine Chance auf Gewinnerzielung besteht, spricht dafür.
Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs ist dies der Fall, wenn ein Betrieb nicht nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt wird oder auf Dauer gesehen keinen Gewinn erzielen kann.

Anlaufverluste

Wenn du Anlaufverluste hast, also wenn deine Gewerbe anfangs rote Zahlen schreibt, ist das noch kein Grund dies als Liebhaberei abzustempeln. Das Finanzamt erlaubt dir Anlaufverluste, doch wie lange du diese genau machen darfst, ist nicht klar festgelegt. Es hängt vom Betrieb, von der Branche und von der aktuellen Konjunktur ab. Das Finanzamt Betracht diese Faktoren in seiner Entscheidung dem nicht profitablen Gewerbe weiter Aufschub zu gewähren oder diese als Liebhaberei zu kategorisieren.
Du kannst egal welches Gewerbe du hast, mit mindestens 2 Jahren Toleranz des Finanzamtes rechnen.

Nachteil bei Liebhaberei

Was ist der große Nachteil daran? Die Kosten, die du im Gewerbe hast, verrechnest du als Verlust in einer Einnahmen-Verlust Verrechnung. Wenn deine Verluste höher sind als deine Einnahmen, kannst du diese in deiner Einkommenssteuer, über deine Steuererklärung geltend machen.
Wenn dein Gewerbe jedoch als Liebhaberei abgestempelt wird, ist es nicht mehr möglich Verluste geltend zu machen. Deine Verluste können dann nicht mehr mit Gewinnen aus anderen Einkünften, wie dem Lohn als Arbeitnehmer, verrechnet werden. (BFH vom 15. November 1984, BStBl. II 1985, S. 205)

Komme ich aus der Liebhaberei wieder raus?

Wenn du anfängst, Gewinne zu erzielen, endet die Liebhaberei. Dann werden Einnahmen wieder normal versteuert und Verluste können wieder geltend machen werden.
Solltest du fragen hierzu haben, schreibe diese in den Kommentaren oder stelle sie mir gerne auf Instagram.

2 Gedanken zu “Liebhaberei

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