Lohnsteuer

Lohnsteuer

Was ist die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform der Einkommenssteuer und ist der Quellensteuer anzuordnen, da die Steuer direkt an der Quelle erhoben wird.
Diese muss von jedem Arbeitnehmer gezahlt werden. Sie wird vom Arbeitgeber aus dem Bruttolohn einbehalten und an den Staat abgetreten. Ebenso geht es dem Solidaritätszuschlag und wenn vorhanden, der Kirchensteuer. Dies macht der Arbeitgeber für dich, weil es sich um eine nicht-selbstständige Arbeit handelt.
Die Höhe der Steuerzahlung richtet sich im Wesentlichen nach der Steuerklasse des Arbeitnehmers und der Höhe des monatlichen Einkommens.
Am Ende des Jahres führt das Finanzamt einen Lohnsteuerausgleich durch und überweist zu viel gezahlte Beträge direkt an den Arbeitnehmer. Die Voraussetzung ist das ausfüllen einer Steuererklärung. Diese Steuer ist also eine Vorauszahlung, welche am Ende des Jahres wieder ausgeglichen wird.
Als erstes solltest du wissen, welcher Steuerklasse DU angehörst. Hierzu das Schaubild:
Steuerklassen
Je nach Lebensumstand bist du in einer Steuerklasse angesiedelt und wenn du Verheiratet bist, kannst du eine von 3 Steuerklassen aussuchen.
Klicke für mehr Informationen auf: Steuerklassen.

Je nach Steuerklasse hast du verschiedene Freibeträge. Innerhalb dieser Freibeträge wird dir kein Geld an das Finanzamt abgeführt.

Wer

Steuerklasse

Freibetrag bis … im Monat

Singles

Steuerklasse 1

784 Euro

Alleinerziehende

Steuerklasse 2

943 Euro

Verheiratet (besserverdiener)

Steuerklasse 3

1568 Euro

Verheiratet

Steuerklasse 4

784 Euro

Verheiratet (geringverdiener)

Steuerklasse 5

0 Euro

Nebenjob

Steuerklasse 6

0 Euro

Den Freibetrag der Steuerklasse 5 wird auf die Steuerklasse 3 übertragen. So liegt dieser Freibetrag bei 0 Euro. Wenn du ein Nebenjob hast, kommt dieser in die Steuerklasse 6. Dort zahlst du ab dem ersten verdienten € deine Lohnsteuer.
Solltest du diesen Freibetrag nicht überstiegen, doch dennoch Lohnsteuer gezahlt haben, lohnt es sich erst recht, eine Steuererklärung zu machen. Im Rahmen der Steuererklärung bekommst du deine zu viel gezahlten Steuern wieder.

Wie zahle ich weniger Lohnsteuer?

Um die Steuer auf dein Lohn zu senken, kannst du diese Dinge Unternehmen:

  • Steuerklasse ändern
  • Wenn dein Lebensgefährte und du beispielsweise in der Steuerklasse 4 angesiedelt seid und nur du arbeitest, lohnt sich ein Wechsel in die Steuerklassen 3 und 5, damit du ihren Freibetrag für dich beanspruchen kannst. Wenn du in der Steuerklasse 1 bist, jedoch allein ein Kind erziehst, lohnt sich der schnelle Wechsel in die Steuerklasse 2 um damit dein Freibetrag zu erhöhen.
  • Niedrigeren Lohn bekommen
  • Du kannst mit deinem Chef aushandeln, dass er dir weniger Lohn gibt, dir jedoch Geschenke macht, wie einen Tankgutschein, den er Absetzen kann und den du nicht versteuern musst.
  • Werbungskosten ansetzen
  • Im Rahmen der Steuererklärung kannst du einiges deiner Steuer zurückbekommen, wenn du hohe Werbungskosten ansetzt.
  • Freibeträge nutzen
  • Es gibt andere Freibeträge, die du nutzen kannst. Zwei davon wären der Kinderfreibetrag oder der Behindertenpauschbetrag.
  • Kirchenzugehörigkeit
  • In Bayern und Baden-Württemberg ist die Kirchensteuer 8 % hoch. In allen anderen Bundesländern sind es sogar 9 %. Das heißt, dir werden von deiner Lohnsteuer nochmal 8 oder 9% abgezogen. Mit einem Austritt aus der Kirche kann dies umgangen werden. So würdest du auch keine Kirchensteuer auf Kapitalgewinne wie auf Gewinne von Aktien zahlen müssen und vom Weihnachts- und Urlaubsgeld würde dir auch mehr übrig bleiben. Diese Entscheidung kann ich jedoch niemanden abnehmen.

    Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?

    Die Lohnsteuer ist keine eigenständige Steuer. Sie ist eine Variante der Einkommensteuer. Ein Arbeitnehmer bezahlt die Lohnsteuer von seinem Gehalt, während der Selbstständige Einkommensteuer aus dem Ertrag seiner selbstständigen Tätigkeit bezahlt.
    Lohnsteuer und Einkommensteuer unterscheiden sich zudem durch weitere Merkmale, wie zum Beispiel in der Form der Erhebung der Steuern oder in der Möglichkeit steuersenkender Abzüge (z.B. Freibeträge)

    Erhebung der Steuern

    Lohnsteuer und Einkommensteuer werden in unterschiedlicher Form erhoben.
  • Lohnsteuer
  • Diese Steuer soll durch den Arbeitgeber einbehalten werden und dieser soll im Zuge der monatlichen Lohnsteuererklärung deine Lohnsteuer an das Finanzamt ausbezahlen. Der Arbeitgeber ermittelt die Lohnsteuer mit hilfe der Lohnabrechnung und zieht den Steuerbetrag vom Bruttolohn ab, um ihn bis spätestens zum 10. Kalendertag des Folgemonats an das Finanzamt auszubezahlen.
  • Einkommensteuer
  • Selbstständige müssen die Einkommensteuer selbst abführen. Sie müssen einmal im Jahr eine Einkommensteuererklärung bei ihrem zuständigen Finanzamt abgeben. Auf Basis dieser Angaben ermittelt der Fiskus die Höhe der zu bezahlenden Einkommensteuer. Der Steuerpflichtige erhält daraufhin einen Einkommensteuerbescheid, in dem das Finanzamt den Steuerbetrag mitteilt, den der Selbstständige zu bezahlen hat.

    Wie erfahre ich, wie viel Lohnsteuer ich zahlen muss?

    Deine zu zahlende Lohnsteuer erfährst du, über diesen Steuerrechner.

    Gibt es eine Verdienstgrenze?

    Ja, es gibt eine Grenze, ab die der Steuerzahler auf sein Lohn keine weiteren Steuern zahlt. Die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt im Westen bei 6350€ und im Osten bei 5700€. Wenn dein Lohn sich in diesem Bereich bewegt, gehörst du zum Spitzensteuersatz an.

    Gibt es weitere direkte Lohnabzüge?

    Abgaben des Bruttolohns
    Weitere Abzüge aus deinem Bruttolohn sind:
  • Rentenversicherung
  • Insgesamt werden 9,35% deines Bruttolohns an das Finanzamt abgeführt. Der Arbeitgeber, zahlt nach dem Paritärprinzip die selbe Menge ans Finanzamt.
  • Arbeitslosenversicherung
  • 1,5% deines Bruttolohns geht ans Finanzamt. Auch hier zahlt der Arbeitgeber die selbe Menge.
  • Krankenversicherung
  • Der gesetzlich festgeschriebene Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Der Arbeitgeber zahlt hier auch den gesetzlichen Beitragssatz von 14,6%. Solltest du Zusatzbeiträge zahlen, beteiligt sich der Arbeitgeber nicht daran.

  • Pflegeversicherung
  • Auch bei der Pflegeversicherung übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte deiner Kosten. Ihr zahlt beide jeweils 1,275 Prozent.
    Bei der Pflegeversicherung liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 4350€.

    Mit mindestens 14,6% trittst du ein großen Teil deines Bruttolohns an deine Krankenversicherung ab. Die meisten versicherten zahlen ungefähr 0,6% ihres Gehaltes für die Zusatzkosten ihrer Krankenversicherung. Wie du hier viel Geld sparen kannst, kannst du in meinem  Ratgeber zur Krankenversicherung durchlesen.

    Falls du fragen hast, stelle diese gerne in den Kommentaren! 🙂

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