24 Steuererklärungstipps zum 4-stellig sparen

Steuererklärung
Du bist in den meisten Fällen nicht verpflichtet an das Finanzamt eine Steuererklärung zu senden. Nur wenn du ein Gewerbe hast, verheiratet bist und dein Partner in einer anderen Steuerklasse ist oder vom Finanzamt dazu aufgefordert wirst, musst du eine Steuererklärung machen.
Solltest du dir überhaupt die Mühe mit der Steuererklärung machen? Auf jeden Fall!
Steuererklärung beschrieben
Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer bekommt im Schnitt 1027 Euro an Steuern zurück, wenn er seine Steuern macht. Ich selbst mache die Steuererklärung Jahr für Jahr und hatte je nach jährlicher Steuerlast sogar Jahre an denen ich 4-stellig Steuern zurück bekam.
Hier trage ich dir 24 Tipps zusammen, die ich beim Ausfüllen der Steuererklärung immer beachte und mit denen du auch problemlos Steuern zurück bekommen solltest.
Ein Steuerberater ist für einen Durchschnittsbürger, der keine besonderen Steuerfälle hat, überflüssig. Die Kosten für eine gute Steuersoftware fangen bei 20 Euro an. Diese bietet dir viel Wissen und führt dich kinderleicht durch deine Steuererklärung. Zudem kannst du die Software und selbst die Anfahrt zum Kauf dieser Software, wenn du diese im Einzelhandel gekauft hast, steuerlich absetzen.
Gleiches gilt für Steuerbücher. Eine Steuersoftware, die ich seit 2016 nutze und mit der ich sehr zufrieden bin, ist Taxmann. Einige Freunde nutzen Wiso. Diese Steuersoftware steht Taxmann in nichts nach.
Ebenfalls empfehlen kann ich Smartsteuer. Das Portal ist sehr benutzerfreundlich. Du benötigst keine Hardware und musst nichts herunterladen. Im Vorfeld kannst du auch vom Programm checken lassen, ob sich für dich eine Steuererklärung lohnt.

Belege aufbewahren

Möchtest du Ausgaben von der Steuer absetzen und damit Steuern sparen, so bist du in der Nachweispflicht.
Es ist zwar nicht mehr der Fall, dass du all deine Rechnungen bei der Steuererklärung einreichen musst, verlangt jedoch das Finanzamt, dass du die Belege einreichst, so musst du dieser Bitte nachkommen.
Tust du dies nicht, darf das Finanzamt diese Kosten streichen und sie werden somit nicht mehr bei der Steuererklärung berücksichtigt. Bewahre Rechnungen und andere Belege also auf und sortiere diese nach Jahren.

Die richtige Steuerklasse wählen

Die Steuerklassen 1-6 dargestellt
In der Regel teilt das Finanzamt dir deine Steuerklasse zu.
Bist du alleinstehend, gehörst du zur Steuerklasse I.
Als Alleinerziehender zur Steuerklasse II.
Die Steuerklassen III und V sind für verheiratete Paare gedacht, bei denen der eine Partner  mehr verdient, als der andere.
Steuerklasse IV eignet sich für verheiratete Paare, die in etwa gleich viel verdienen. Steuerklasse VI ist für Zweit- und Drittjobs gedacht. In der Steuerklasse VI ist die Besteuerung am höchsten.
Ehepartner werden automatisch der Steuerklassenkombination IV/IV zugeteilt. Diese Kombination ist jedoch nicht immer die beste. Ehepartner mit leicht abweichenden Gehältern profitieren eher von der Steuerklasse VI und III. Es gilt grob die Richtlinie, dass sich die Steuerklasse lohnt, wenn ein Ehepartner mehr als 60 Prozent des Gesamteinkommens verdient.
Auch in anderen Fällen kann sich ein Wechsel lohnen. Beispielsweise wenn sich das Einkommen eines Ehepartners stark nach oben oder auch nach unten verändert oder wenn man Nachwuchs bekommt.

Alte Steuererklärungen einreichen

Gibst du die Steuererklärung freiwillig ab, so kannst du diese bis zu vier Jahre nach Ablauf des Steuerjahrs einreichen – also für das Steuerjahr 2018 kannst du deine Steuererklärung bis zum 31. Dezember 2022 einreichen.
Dasselbe gilt während deiner Studienzeit bis zu ganzen sieben Jahre rückwirkend. Mit ein wenig Zeitaufwand kannst du also einiges an Steuern der letzten Jahre zurück holen.

Die Kosten im richtigen Jahr anrechnen

Besonders am Ende des Jahres kannst du enorm an Steuern sparen, wenn du gewisse Ausgaben gewollt in das alte Jahr hinein verschiebst oder lieber im neuen Jahr an diese heran gehst.
So kannst du nämlich versuchen, Höchstbeträge auszuschöpfen – Beispielsweise für Handwerkskosten, welche jährlich bis zu einem bestimmten Betrag von 6000 Euro gedeckelt sind. Wenn der Höchstbetrag schon aufgebraucht ist, kannst du Ausgaben ins neue Jahr schieben, damit du diese im neuen Jahr steuerlich geltend machen kannst.
Das gilt auch wenn du außergewöhnliche Belastung oder haushaltsnahe Dienstleistungen (bis zu 4000 Euro Jährlich) absetzen möchtest. Auch hier könntest du dir überlegen, ob du mögliche Kosten auf das nächste Jahr schiebst oder vorverlegst. Du kannst auch größere Rechnungen, die am Ende des Jahres bezahlt werden müssen auf 2 Jahre aufteilen,sofern der Rechnungsaussteller mitspielt.

Ein Beispiel:

Man kann Handwerkskosten in Höhe von 6000 Euro absetzen. Gegen Ende des Jahres lässt du dir deine Heizung erneuern, welches dich 11.000 Euro kostet. Bitte den Handwerker dir 2 Rechnungen auszustellen. Eine für das aktuelle Jahr und die andere für das kommende Jahr, sollte der Jahreswechsel bald anstehen. So kannst du die 11000 Euro in beiden Jahren gesplittet absetzen und sparst saftig Steuern.

Ausgaben vorverlegen

Du weißt, dass du nächstes Jahr befördert wirst oder einen Job annimmst, bei dem sich dein Lohn stark erhöht? Dann solltest du deine Ausgaben für das nächste Jahr erst ansetzten, damit diese sich nächstes Jahr steuermindernd auswirken. Das gilt nur, wenn du das maximale aus deiner Steuer raus geholt hast.
Andersherum gilt das natürlich auch. Solltest du im kommenden Jahr deutlich weniger Geld verdienen, sei es durch die Rente, Arbeitslosigkeit oder Elternzeit, solltest du deine Ausgaben noch wenn möglich dieses Jahr tätigen.

Sparerpauschbetrag

(Freibetrag)nutzen

Sei es bei Aktiengewinnen, Dividenden, die du bekommst, oder Zinsen aus einem Bauspar– oder Festgeldkonto, zahlst du auf deine erwirtschafteten Gewinne eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25%. Zudem zahlst du die Solidaritätssteuer von 5,5% zur Abgeltungssteuer und wenn du Mitglied in der Kirche bist, kommt die Kirchsteuer dazu.
Sparerpauschbetrag(Freibetrag) erklärt
Die Bank führt diese Steuern ganz automatisch ab. Bis 801 Euro Gewinn im Jahr bist du von den Steuern befreit. Dazu musst du deiner Bank einen sogenannten Freistellungsauftrag erteilen. Die Bank führt dann keine Steuern bis zu dem Betrag, den du eingegeben hast, ab.
Solltest du Kapitalerträge erwirtschaftet und keinen Freibetrag bei der Bank erteilt haben, kannst du dir die zu viel gezahlten Steuern über die Steuererklärung zurück holen.

Sich als Geringverdiener von der Abgeltungssteuer befreien

Wenn dein Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag ( 9.744 Euro) liegt, musst du keine Einkommenssteuer zahlen. Darüber hinaus kannst du dich von der Abgeltungssteuer befreien lassen. Dazu musst du nur die Nichtveranlagungsbescheinigung bei deinem für dich zuständigen Finanzamt beantragen. Diese Bescheinigung legst du dann bei deiner Bank vor, wodurch dir deine Kapitalerträge ganz ohne Steuerabzug gutgeschrieben werden.

Ein Fahrtenbuch nutzen

Wenn du einen Dienstwagen hast, den du auch privat nutzt, musst du die Privat gefahrere Strecke versteuern. In der Regel wird hier die Ein-Prozent-Reglung gewählt, da diese am unkompliziertesten ist, jedoch gibt es auch die Möglichkeit, ein Fahrtenbuch zu führen.

Entscheidet man sich für die 1% Regel, werden 1% des Bruttolistenpreises des Dienstwagens als Einnahmen gerechnet, die versteuert werden müssen. Selbst wenn es sich um ein alten Gebrauchtwagen handelt, wird der Bruttolistenpreis genommen.

Beim Fahrtenbuch kommt man meist günstiger davon. Hier werden alle Fahrten dokumentiert und die Privatfahrten werden von Geschäftlichen Fahrten deutlich getrennt.

Fahrtenbuch und die 1% Regelung verglichen
Dies bedeutet mehr Aufwand, kann dafür aber zu einer deutlich höheren Steuerersparnis führen.

Werbungskosten eintragen

Bei Werbungskosten hole ich mit Abstand am meisten über meine Steuererklärung heraus. Steuererklärungen sind Aufwendungen, die direkt oder indirekt mit der Arbeit verbunden sind. Das Finanzamt rechnet dir eine Pauschale von 1000 Euro für Werbungskosten an. Mit einigen Klicks hast du die 1000 Euro jedoch schon überschritten.
Allein wenn der Arbeitsweg weiter als 14 Kilometern entfernt ist, bist du mit deinen Werbungskosten über der Pauschale. Wenn du auf Werbekosten klickst, kommst du zu meinem Beitrag, in dem ich die erkläre wie du ohne viel Aufwand auf über 1000 Euro an Werbungskosten kommst.

Beerdigungskosten

Wenn das Erbe geringer ist als die Kosten für die Beerdigung kann man diese Kosten steuermindernd angeben. Das Finanzamt wertet die Differenz zwischen dem Erbe und der Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung. Für die Kosten einer Beerdigung sind 7500 Euro vom Finanzamt festgelegt.

Fitnessstudio

Sollte das Training im Fitnessstudio zur Linderung oder Heilung einer Verletzung oder Krankheit beitragen und ist außerdem regelmäßig ein Arzt oder Heilpraktiker da, der dich betreut, kannst du die Kosten in deiner Steuererklärung absetzen.

Goldbarren und -münzen

Bei Goldbarren und -münzen sind die Veräußerungsgewinne grundsätzlich steuerfrei, wenn zwischen Erwerb und Verkauf mehr als zwölf Monate liegen. Also wenn du Goldmünzen oder Goldbarren ein Jahr behältst, musst du für die Gewinne keine Steuern zahlen. Dies gilt nicht für Goldschmuck und nicht für Börsengehandelte Goldzertifikate.

Spenden absetzen

Bis zu 20% deines Gehaltes, kannst du für wohltätige Organisationen spenden und als Sonderausgabe geltend machen. Die Organisation muss gemeinnützig, mildtätig, wissenschaftlich, steuerbegünstigt oder kirchlich sein. Für Spenden bis 200 Euro im Jahr reicht ein Kontoauszug als Nachweis, liegt der gespendete Betrag höher, so ist eine Zuwendungsbestätigung notwendig.

Haustier-Babysitter

Wer sein Haustier während dem Urlaub zu Hause betreuen lässt, kann dies steuerlich geltend machen. Dies gehört zu haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Voraussetzung dafür ist, dass das Haustier im Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommen wurde. Tierbesitzer können ihre Steuerschuld dadurch um 20 Prozent der Arbeitskosten senken. Es sind höchstens 4000 Euro im Jahr absetzbar.

Maklergebühren

Maklergebühren können bei einem berufsbedingten Umzug steuerlich geltend gemacht werden – Darüber hinaus erkennt das Finanzamt die entstandenen Umzugskosten als Werbungskosten an, wenn es sich um einen Berufs bedingten Umzug handelt.

Privatschulen

Bis zu 30 Prozent der Kosten für eine Privatschule können Eltern als Sonderausgaben absetzen. Dies ist auf maximal 5000 Euro begrenzt. Anerkannt werden jedoch nur die Ausgaben für den Unterricht.

Rezept-freie Medikamente

Die Kosten für Rezept-freie Medikamente können abgesetzt werden. Deswegen solltest du auch hier die Quittungen immer aufheben. Du musst jedoch nachweisen können, dass die Medikamente medizinisch notwendig waren. Dafür kann ein grünes Rezept hilfreich sein, mit dem der Arzt ein nicht-verscheibungspflichtiges Medikament empfiehlt. Am besten bittest du den Apotheker dieses zu stempeln.

Kredit für die Ausbildung

Solltest du für eine kostenpflichtige Ausbildung einen Kredit aufnehmen, kannst du die Zinsen steuerlich absetzen. Sobald du den Kredit zurückzahlst, kannst du die Rückzahlungszinsen steuermindernd in deine Einkommenssteuererklärung angeben.

Treppenlift und Zahnspange

Für gewöhnlich werden Krankheitskosten in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Steuerlich geltend machen kannst du natürlich nur die Kosten, die du selbst tragen musst und nicht von einer Versicherung erstattet bekommst. Das Finanzamt erkennt hier außerdem nicht den vollen Betrag an.
Anrechnen kannst du dir Zuzahlungen zu Medikamenten, deiner Zahnspange, einem Zahnersatz, Kuren, aber auch die Anschaffung und der Einbau eines Treppen- oder Badewannenlifts, wenn ein Gutachten vorliegt. Sogar eine Physiotherapie kannst du steuerlich geltend machen, sobald eine ärztliche Verordnung vorliegt.

Dachrinnenreinigung und Insektenschutz

Viele Punkte in den Betriebskostenabrechnung der Wohnung lassen sich steuerlich absetzen. Eine Menge der Positionen können als haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerksleistungen bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden.
Punkte wie Dachrinnenreinigung, Graffiti- oder Hausschwammbeseitigung, Maßnahmen zur Pilzbekämpfung, die Installation oder Reparatur von Insektenschutzgittern, oder zur Taubenabwehr können abgesetzt werden.
Du solltest in der Betriebskostenabrechnung nach solchen Punkten suchen. Dasselbe gilt wenn es sich um deine Immobilie handelt, die du selbst nutzt. Wenn du Vermieter bist, sind solche kosten jedoch bei den Werbungskosten einzutragen.

Hochzeit oder Trennung zum richtigen Zeitpunkt

Wenn du in den Wintermonaten heiraten möchtest, solltest du die Eheschließung vor dem 31. Dezember vollziehen. Denn dann kannst du das sogenannte Ehegattensplitting für das gesamte Jahr beanspruchen. Dies gibt dir einen erheblichen Steuervorteil. Bei Scheidungen gilt das Gegenteil. Solltest du dich Trennen, schiebe es falls dies möglich ist, ins neue Jahr.

PKW-Stellplatz

Wenn du eine doppelte Haushaltsführung hast, kann die Anmietung eines Auto-Stellplatzes steuerlich abgesetzt werden.

Einspruch gegen Steuerbescheid einlegen

Irren ist menschlich. Das gilt auch für Finanzbeamte. Für einen Einspruch bleibt einen Monat Zeit. Im Schnitt entschieden die Finanzämter in zwei Drittel der Fälle zugunsten aufmerksamer Steuerpflichtiger.
Ich hoffe es waren einige hilfreiche Tipps für dich dabei! Schreibe mir bei Fragen gerne in die Kommentare!

2 Gedanken zu “24 Steuererklärungstipps zum 4-stellig sparen

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